Historie

1892 wurde erstmals Zahnpasta in der Tube verkauft, die Rolltreppe patentiert, Tschaikowskys „Nussknacker“ uraufgeführt, Hertha BSC gegründet… und das UnionTheater.

Genau gesagt: am 21. November als Dramatische Abteilung der „UNION von 1801“, die ein kaufmännischer Verein war.

Vom Herren- zum Theaterabend

Die ersten „Inszenierungen“ des UnionTheaters waren sogenannte „Herren-Abende“, auf denen sich der kaufmännische Nachwuchs präsentierte. Dieser sollte möglichst schauspielerisches Talent haben, um die Stiftungsfeste und Herrenabende zu gestalten. Varietédarbietungen standen im Mittelpunkt, aber auch Bauchredner, Jongleure, Coupletsänger und Tierbändiger gaben Kostproben ihres Könnens. Auf der Bühne standen ausschließlich Herren – Damen hatten zu dieser Zeit noch keinen Zutritt zur Bühne. Deshalb übernahmen die Darsteller auch weibliche Rollen.

Für die Herrenabende hatten sich die Vortragenden wohlklingende Künstlernamen zugelegt, wie zum Beispiel Stanislaus Romelly oder Francesco Rudini. Aber auch die Familie und der Beruf boten eine stattliche Auswahl an Künstlernamen wie bei Paul Haftpflicht oder Heini Beefsteak.

Aus den Herrenabenden wurden aber erst dann Theaterabende, als auch Damen Zugang zur Bühne erhielten. Eine Mitgliedschaft konnten sie jedoch erst ab 1938 beantragen.

Das UnionTheater wirkte auch auf Stiftungsfesten und bei bunten Programmen mit. Dabei gehörten Einakter und Solo-Darbietungen zum Repertoire. Meistens gab es nur eine Premiere im großen Saal der Union, aber keine weiteren Vorstellungen.

„Kuli“ beim UnionTheater und „Lichte Sonntage“

Übrigens: Auch die „Großen“ haben mal klein beim UnionTheater angefangen wie der Schauspieler und Fernsehmoderator Hans-Joachim Kulenkampff. „Kuli“ stand 1940 in dem Schwank „Der Hochzeitstag“ auf der Bühne.

Höhepunkte des sozialen Engagements des UnionTheaters waren seit 1914 bis in die Gegenwart die „Lichten Sonntage“ – Veranstaltungen, die meistens an Sonntagnachmittagen für ältere Mitbürger organisiert wurden.

Als der Zweite Weltkrieg vorbei war, spielte das UnionTheater, wo es Gelegenheit gab: in Krankenhäusern, Altenheimen, Flüchtlingslagern und bei Vereinen. Applaus war der Lohn, aber oft auch eine Stulle oder Bratkartoffeln mit Spiegelei. 1948 standen die Akteure des UnionTheaters wieder abendfüllend auf der Bühne; allerdings musste die US-Besatzung die Aufführungen genehmigen.

Spielstätte in den ersten Nachkriegsjahren war an fünf Abenden in der Woche die Bühne in der Oberschule Dechanatstraße. Anschließend trafen sich die Mitglieder und Schauspieler zum Stammtisch im Concordenhaus, wo sie Termine und Aufführungen besprachen. 1967 zog das Theater in den Festsaal des Gymnasiums Waller Ring.

 Dank Weser-Kurier: „UnionTheater“

1978 gab ein Redakteur und Kritiker des „Weser-Kuriers“ in seinem Artikel der Dramatischen Abteilung einen neuen Namen: UnionTheater. Diese Idee übernahmen die Theatermitglieder gerne und mit zunehmender Nachfrage der Zuschauer stieg auch die Anzahl der Vorstellungen.

Mit den Inszenierungen in den Kammerspielen setzte das UnionTheater ab 1985 neue Akzente: Obwohl es dort nur drei Jahre spielte, war es für die Akteure ein wunderbares „Theatergefühl“. Unvergessen bleibt auch die dortige, gute Partnerschaft mit der Shakespeare-Company.

Neben einigen Aufführungen in der Glocke gastierte Bremens ältestes Liebhabertheater seit 1988 mit 60 Inszenierungen im Packhaustheater im Schnoor. Gastspiele gab das Ensemble auch auf dem Theaterschiff oder ging auf kurze „Tourneen“ in Kulturzentren.

Nach dem Alten Postamt 5 und dem Theatrium ist seit 2013 das bremer kriminal theater die Heimat des UnionTheaters – zuerst in der Friesenstraße und nun in der UnionBrauerei in Walle.

Das UnionTheater

  • hat rund 80 Mitglieder
  • erreicht mit drei Inszenierungen im Jahr rund 4.000 Zuschauer
  • spielt hauptsächlich Komödien, aber auch „ernsthafte“ Theaterstücke
  • inszeniert mit Berufsregisseuren
  • gastiert im bremer kriminal theater in der UnionBrauerei
  • sucht stets „Theaterbegeisterte“, die gerne auf oder hinter der Bühne dabei sein möchten
  • Kontakt: www.uniontheater.de