Die Kaktusblüte

Februar 2010
Die Kaktusblüte
Komödie von Pierre Barillet und Jean-Pierre Grédy

Der Kaktus ist ein stacheliges Gewächs, dornig, abweisend – nur selten trägt er Blüten. Doch wenn, dann wunderschöne. Und er hat einen kratzbürstigen Charme mit einem weichen Kern. Diese Beschreibung könnte auch auf Sprechstundenhilfe Stephanie zutreffen, die täglich ihre Stacheln an den Patienten des Promi-Zahnarztes Julian Desforges, schärft. Gewissenhaft und mit unterkühlter Gelassenheit verwaltet sie nicht nur Plomben und Praxistermine, sondern auch das Privatleben ihres Chefs – vom Mittagsimbiss bis zur Reinigung seiner Hemden. Ohne Stephanie wäre der umtriebige Junggeselle im Gespinst seiner amourösen Abenteuer verloren.

Von der Ehe hält er so wenig, dass er selbst seiner Freundin Antonia erzählt, er sei bereits verheiratet und Vater dreier Kinder – nur um sie nicht heiraten zu müssen. Antonia hat dieses „Immer auf ihn warten müssen“ satt und versucht, sich das Leben zu nehmen. Das veranlasst Julian, Nägel mit Köpfen zu machen:

Er verspricht ihr die Ehe; er werde sich scheiden lassen und sogar seine Gattin sei mit der Scheidung einverstanden. Doch Antonia will keine Ehe-Zerstörerin sein und möchte Julians zukünftige Ex-Frau kennen lernen. In seiner Not bittet er Stephanie um Hilfe. Nur für zehn Minuten soll sie seine Alibi-Ehefrau spielen und Antonia vom zerrütteten Zustand seiner Ehe überzeugen. Er ahnt nicht, dass er mit diesem Plan einen Vulkan entfesselt und Stephanie beweist eindrucksvoll, dass Kakteen auch wunderschön erblühen können.

Die Kaktusblüte – berühmt geworden vor allem durch die Verfilmung mit Ingrid Bergmann, Goldie Hawn und Walter Matthau – ist auch auf der Bühne seit Mitte der sechziger Jahre ein Evergreen.

Regie: Rudolf Plent

Darsteller: Katrin Christians, Anja Gomez, Simone Kling, Monika Karp, Claus Deters, Stefan Lüers, Bernd Panzer, Nils Roßow