UnionTheater feiert 125-jähriges Jubiläum

1892 wurde erstmals Zahnpasta in der Tube verkauft, die Rolltreppe patentiert, Tschaikowskys „Nussknacker“ uraufgeführt, Hertha BSC … und das UnionTheater gegründet.

Genauer gesagt: Der “Geburtstag” des ältesten Bremer Amateurtheaters war der 21. November. Damals hieß es noch Dramatische Abteilung der „UNION von 1801“, Kaufmännischer Verein Bremen.

Das UnionTheater heute

  • hat rund 80 Mitglieder
  • erreicht mit drei Inszenierungen im Jahr rund 4.000 Zuschauer
  • spielt hauptsächlich Komödien, aber auch „ernsthafte“ Theaterstücke
  • inszeniert mit Berufsregisseuren
  • gastiert im bremer kriminal theater in der UnionBrauerei

Zur Jubiläumsfeier am 26. November kamen rund 100 Gäste in die Union Brauerei, die zufällig den gleichen Namen trägt wie das Theater. Es sprachen die erste Vorstandsvorsitzende des Theaters Dagmar Schulz, Maja Altenstein, Referentin beim Senator für Kultur, und der Ehrenvorsitzende Ewald Ravenschlag, der auf über 60 Jahre UnionTheater zurückblickte. Im Anschluss zeigten die Union-Schauspieler in einem historischen Potpourri vier Sketche von Otto Reuter, Peter Frankenfeld, Heinz Erhardt und Loriot.

Vom Herren- zum Theaterabend

„Kuli“ beim UnionTheater und „Lichte Sonntage“

Übrigens: Auch die „Großen“ haben mal klein beim UnionTheater angefangen wie der Schauspieler und Fernsehmoderator Hans-Joachim Kulenkampff. „Kuli“ stand 1940 in dem Schwank „Der Hochzeitstag“ auf der Bühne.

Höhepunkte des sozialen Engagements des UnionTheaters waren seit 1914 bis in die Gegenwart die „Lichten Sonntage“ – Veranstaltungen, die meistens an Sonntagnachmittagen für ältere Mitbürger organisiert wurden.

Als der Zweite Weltkrieg vorbei war, spielte das UnionTheater, wo es Gelegenheit gab: in Krankenhäusern, Altenheimen, Flüchtlingslagern und bei Vereinen. Applaus war der Lohn, aber oft auch eine Stulle oder Bratkartoffeln mit Spiegelei. 1948 standen die Akteure des UnionTheaters wieder abendfüllend auf der Bühne; allerdings musste die US-Besatzung die Aufführungen genehmigen.

Spielstätte in den ersten Nachkriegsjahren war an fünf Abenden in der Woche die Bühne in der Oberschule Dechanatstraße. Anschließend trafen sich die Mitglieder und Schauspieler zum Stammtisch im Concordenhaus, wo sie Termine und Aufführungen besprachen. 1967 zog das Theater in den Festsaal des Gymnasiums Waller Ring.

Dank Weser-Kurier: „UnionTheater“

1978 gab ein Redakteur und Kritiker des „Weser-Kuriers“ in seinem Artikel der Dramatischen Abteilung einen neuen Namen: UnionTheater. Diese Idee übernahmen die Theatermitglieder gerne und mit zunehmender Nachfrage der Zuschauer stieg auch die Anzahl der Vorstellungen.

Mit den Inszenierungen in den Kammerspielen setzte das UnionTheater ab 1985 neue Akzente: Obwohl es dort nur drei Jahre spielte, war es für die Akteure ein wunderbares „Theatergefühl“. Unvergessen bleibt auch die dortige, gute Partnerschaft mit der Shakespeare-Company.

Neben einigen Aufführungen in der Glocke gastierte Bremens ältestes Liebhabertheater seit 1988 mit 60 Inszenierungen im Packhaustheater im Schnoor. Gastspiele gab das Ensemble auch auf dem Theaterschiff oder ging auf kurze „Tourneen“ in Kulturzentren.

Nach dem Alten Postamt 5 und dem Theatrium ist seit 2013 das bremer kriminal theater die Heimat des UnionTheaters – zuerst in der Friesenstraße und nun in der UnionBrauerei in Walle.

Das UnionTheater sucht stets „Theaterbegeisterte“, die gerne auf oder hinter der Bühne dabei sein möchten.

Kontakt: uniontheater.de oder Telefon: 0421 32 05 41